Epistemische Tugenden

Zur Geschichte und Gegenwart eines Konzepts

Ruben Marc Hackler, Dr. Florian Kappeler, David Gabriel Eugster:

In dem interdisziplinären Workshop wurde diskutiert, inwiefern die normative Dimension wissenschaftlicher Praxis mittels des Konzepts der ‚epistemischen Tugenden’ untersucht werden kann. Unter epistemischen Tugenden wurden Eigenschaften verstanden, über die WissenschaftlerInnen verfügen sollen, wie Genauigkeit, Wahrhaftigkeit oder Zuverlässigkeit. Einerseits wurde die Auffassung vertreten, mit epistemischen Tugenden liessen sich besonders moralische Aspekte wissenschaftlicher Tätigkeit erfassen. Andererseits gab es Stimmen, welche mit epistemischen Tugenden eher wissenschaftliches Handeln beschreiben möchten.  

Fotografiert von Meike Hanne Seele:

Epistemische Tugenden sind unabdingbar für das Hervorbringen wissenschaftlicher Ergebnisse. Wissenschaftliches Arbeiten ist dann reif, wenn sich Erkenntnis einstellt. Die Kugel – Sinnbild für die perfekte Form - symbolisiert in meiner Fotografie den reifen Zustand, Wissen und Erkenntnis stehen in ihrem Zentrum. Das reife Wissen wird flankiert und getragen durch die epistemischen Tugenden «Geduld» und «Skepsis».