Leuchtende Proteine

Naemi Luithle, Biologin:

Zellen sind die kleinsten Bauteile unseres Körpers, und die Hauptakteure darin sind Proteine, die ganz unterschiedliche Rollen einnehmen. In meiner Doktorarbeit beschäftige ich mich mit einem besonderen Komplex aus zwei spezifischen Proteinen, der wichtig für unsere zelluläre Architektur ist. Mehrere Studien haben gezeigt, dass Mutationen der Proteine des Komplexes an der Entstehung von Bewegungsstörungen beteiligt sein können. Bisher verstehen wir noch nicht genau, wann und wie die Proteinpaare des Komplexes miteinander interagieren und die Struktur unserer Zellen beeinflussen. Daher benutze ich eine Mikroskopiertechnik namens FRET (Förster- Resonanzenergietransfer), mit deren Hilfe ich die Interaktionen von Proteinen innerhalb von menschlichen Zellen visualisieren kann. Dazu werden die beiden Proteine des Komplexes mit blau, respektive gelb leuchtenden Proteinen markiert. Wenn diese Proteine nahe beieinander sind, bei einer Interaktion der markierten Proteine, kommt es dann zum sogenannten FRET Effekt, bei dem strahlungsfreie Energie von einem angeregten Farbstoff zum anderen fliessen kann. Dieser Effekt lässt sich messen und so kann man beantworten, wann und wo die Proteinpaare miteinander interagieren. Mit meiner Arbeit werde ich die Rolle des Proteinkomplexes genauer beschreiben und dazu beitragen, die Funktionsweise unserer kleinsten Bauteile, der Zellen, besser zu verstehen.

Kooperationspartner:

Dr. A. Rothballer, Prof. Dr. U. Kutay

Fotografiert von Bianca Dugaro:

Das Forschungsprojekt arbeitet mit Proteinen, welche im UV Licht gelb und blau leuchten. Sobald sie interagieren, wird dies als grün sichtbar. Dies nehme ich auf, und visualisiere es anhand der subtraktiven Farbmischung und mithilfe von Notizzetteln. Die Anordnung in einem Schachbrett symbolisiert für mich die klare Ordnung und strukturierte Regelmässigkeit eines Forschungssettings. Durch eine Verschiebung der Kanten entstehen neue Formen und in den Überlagerungsflächen Gegenformen, die sich durch die entstandenen Diagonalen zu bewegen scheinen.