Der kreative Imperativ. Arbeiten – immer schöner und immer prekärer.

In den letzten dreissig Jahren hat sich das Verhältnis Arbeit und Kreativität fundamental verändert. Das produktive Potential des Schöpferischen, aber auch das projektförmige selbständige Arbeiten in zeitlich begrenzten Netzwerken erscheinen in den flexiblen und kapitalmarktorientierten Arbeitswelten der neoliberalen Wirtschaftsordnung als Merkmale selbstbestimmten Arbeitens. Der Blockbuster der neuen Managementliteratur, Tom Peters und Robert Watermans In Search of Excellence, begründet den Innovations- und Kreativitätsimperativ der Gegenwart doppelt: einerseits ökonomisch mit dem Konkurrenzdruck auf den hochkompetitiven globalen Märkten und andererseits psychologisch mit der natürlich vorhandenen Kreativität der Beschäftigten. Die Negativfolie des Kreativsubjekts ist der „Normalarbeiter“, der zu fixen Zeiten in der gleichen Firma einer regelmässigen Lohnarbeit nachgeht, die durch Sozialversicherungen und Kollektivverträge abgesichert ist. Entgegen empirischen Untersuchungen, die zeigen, dass die Beschäftigten eines Unternehmens ein hohes Bedürfnis nach Sicherheit und Routine haben, wird der arbeitende Mensch heute als kreativer Selbstunternehmer stilisiert, der in einem dynamischen Arbeitsumfeld nach Selbstwachstum und immer neuen Herausforderungen strebt.

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